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Zu Gast auf dem BoA-Dach: „Zollfreie Zone“

Eine 16-köpfige Delegation aus dem Rommerskirchener Rathaus war jetzt zu Gast im BoA-Kraftwerk in Neurath: Unter Führung von Bürgermeister Dr. Martin Mertens informierten sich Vertreter der unterschiedlichsten Ämter darüber, wie die bundesdeutsche Klimaschutz-Politik vor Ort wirkt.

Karl-Heinz Stauten, RWE-Spartenleiter Kraftwerk, begrüßte die Gäste, hatte ein sattes Paket an Informationen zusammengetragen und führte die Gruppe an die entscheidenden Punkte im weiten Kraftwerksgelände.

Bürgermeister Mertens, der mit seinen klaren Aussagen zu den Problemen des Strukturwandels (mangelnde Investitionen in die Infrastruktur, Kapazitätsmangel in den Stromnetzen, fehlende Energiesicherheit ohne die Braunkohle, Verzögerungen bei den eingeplanten Gaskraftwerken) schon mehrfach für landes- und bundesweites Aufsehen gesorgt hat, erwies sich auch bei dieser Gelegenheit als kompetenter Gesprächspartner, der bohrende Fragen zu stellen wusste.

Erste Station bei der Rundfahrt war die „Starterfläche“ („Kraftpark Nordrevier“), die von ihrer Größe her beeindrucken kann. Zahlreiche Bewerber haben schon ihr Interesse bekundet und erste Planentwürfe eingereicht. Es bleibt allerdings das Problem, dass einen Steinwurf weit von den BoA-Türmen entfernt nicht für ausreichend Strom garantiert werden kann.

Zweite Station war das Lager der riesigen Stahlrohre für die im Bau befindliche Rheinwassertransportleitung, durch die nach Fertigstellung die Seen in Hambach und Garzweiler befüllt werden sollen. Eine logistische Meisterleistung, für den der betreffende Bereich zur „zollfreien Zone“ erklärt wurde. Mit anderen Worten: Die Rohre werden jeweils erst verzollt, wenn sie im Bereich der Leitung von Rheinfeld über Allrath zu den Einfüllstellen auch verbaut werden. Ansonsten würde das Projekt die Einfuhrgrenzen der EU im Bereich Stahlrohre komplett sprengen.

Dritte Station war dann das BoA-Kraftwerk selbst, in dem, als die Besuchergruppe den Leitstand besichtigte, gerade die Anlagen hochgefahren werden mussten, weil Sonne und Wind im „Dunkelstunden“-Modus nicht genügend Energie liefern konnten und deshalb von der Braunkohle ersetzt werden mussten.

Später ging es dann per Aufzug viele Meter hoch aufs Dach des Kesselhauses, von dem trotz Nieselregens einen guten Blick nach Rommerskirchen hatte. Für die Teilnehmer mit guten Augen war sogar der Kölner Dom zu erkennen …