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Vom Gillbach in Rommerskirchen zum Gilbach-Gin in den Dolomiten: Eine außergewöhnliche Geschichte geht weiter

Was im Sommer als kuriose Entdeckung begann, könnte schon bald zu einer besonderen deutsch-italienischen Freundschaft werden: Bürgermeister Dr. Martin Mertens besuchte jetzt das Sterne-Restaurant „El Molin“ im italienischen Cavalese, wo der außergewöhnliche Gilbach-Gin seinen Ursprung hat. Das Ergebnis: Der Erfinder soll nach Rommerskirchen kommen. Vielleicht gibt es sogar bald eine eigene Rommerskirchener Edition.

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten: In ausgewählten Feinkostgeschäften in Südtirol wird ein hochwertiger Gin verkauft, dessen Name in Rommerskirchen sofort aufhorchen lässt: „Gilbach-Gin“. Eine verblüffende Namensgleichheit mit dem Gillbach, der seit Jahrhunderten die Landschaft und Geschichte Rommerskirchens prägt.

Doch der Gin stammt nicht aus dem Rheinland, sondern aus den italienischen Dolomiten – rund 900 Kilometer von Rommerskirchen entfernt. Für Bürgermeister Dr. Martin Mertens war schnell klar, dass er dieser Geschichte persönlich auf den Grund gehen wollte.

„Seit mehr als 20 Jahren fahre ich jedes Jahr im Herbst zum Wandern in die Dolomiten. Ich liebe diese Landschaft, die Berge und die Gastfreundschaft der Menschen. Als ich von dem ,Gilbach-Gin‘ erfahren habe, war für mich sofort klar: Bei meinem nächsten Aufenthalt schaue ich mir das persönlich an.“

Am vergangenen Sonntag war es so weit: Mertens machte einen Abstecher nach Cavalese im italienischen Trentino. Dort befindet sich das renommierte Sterne-Restaurant „El Molin“, dessen Küchenchef Alessandro Gilmozzi gemeinsam mit seinem damaligen Sous-Chef Andreas Bachmann den außergewöhnlichen Gin erfunden hat.

Ein Gin, der nach den Dolomiten schmeckt

Die Geschichte beginnt im Jahr 2014. Damals hatten die beiden Köche eine besondere Idee: Sie wollten einen Gin kreieren, der die Natur und die Aromen ihrer Heimat in einer Flasche vereint.

Das Besondere: Die Zutaten werden von Hand in den Wäldern des Fleimstals gesammelt. Alpiner Wacholder, Holunderbeeren und wilde Schlehen bilden die Grundlage. Destilliert wird die Spirituose in der traditionsreichen Destillerie Pilzer im Trentino.

Der Name entstand aus den Nachnamen der beiden Erfinder: Gilmozzi und Bachmann wurden zu Gilbach. Dass es in Rommerskirchen tatsächlich einen Gillbach gibt, war ihnen bei der Namensgebung nicht bewusst.

„Ich finde diese Geschichte einfach großartig. Da entwickeln zwei Spitzenköche in den Dolomiten mit unglaublich viel Leidenschaft ein außergewöhnliches Produkt und geben ihm zufällig einen Namen, der uns in Rommerskirchen so vertraut ist. Das ist doch eine wunderbare Verbindung“, freut sich Mertens.

In Cavalese besuchte der Bürgermeister jetzt das Bistro und die Weinbar des Restaurants „El Molin“. Dort traf er sich mit der Leiterin Iulia Albu, um mehr über die Geschichte und Herstellung des Gins zu erfahren. Natürlich durfte auch eine persönliche Kostprobe nicht fehlen.

„Ein wirklich hervorragender Gin! Man merkt sofort, dass hier Menschen mit großer Leidenschaft und höchstem Qualitätsanspruch am Werk sind. Das ist keine gewöhnliche Spirituose, sondern eine echte Spezialität aus den Dolomiten“, schwärmt Mertens. Doch bei der Kostprobe blieb es nicht.

Im Gespräch entstand die Idee, aus der zufälligen Namensgleichheit eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Trentino und Rommerskirchen zu entwickeln. Das Ergebnis: Sternekoch Alessandro Gilmozzi soll demnächst nach Rommerskirchen kommen. Gemeinsam möchte man überlegen, ob eine besondere Edition des Gilbach-Gins für Rommerskirchen entwickelt werden könnte.

„Wir haben uns darauf verständigt, diesen Kontakt unbedingt fortzusetzen. Ich würde mich riesig freuen, wenn Alessandro Gilmozzi uns in Rommerskirchen besucht und wir gemeinsam eine eigene Edition entwickeln könnten. Das wäre doch etwas ganz Besonderes.“

Auch ein weiteres Ziel steht bereits fest: Der Gilbach-Gin soll möglichst künftig in Rommerskirchen erhältlich sein. „Vielleicht finden wir örtliche Händler oder Gastronomen, die diese außergewöhnliche Spezialität anbieten möchten. Wir werden jetzt gemeinsam schauen, wie sich das ermöglichen lässt.“

Ein kleiner Bach verbindet zwei Regionen

Für Mertens besitzt die Geschichte auch eine besondere symbolische Bedeutung.
Der Gillbach gehört zu Rommerskirchen wie die Felder, die Dörfer und die Menschen, die hier leben. Gemeinsam setzen sich viele Beteiligte dafür ein, dass das Gewässer auch in Zukunft erhalten bleibt und möglichst dauerhaft Wasser führt.
„Wir kämpfen gemeinsam für den Erhalt unseres Gillbachs, auch mit Blick auf die Veränderungen ab Mitte der 2030er-Jahre. Umso schöner finde ich es, dass dieser Name nun auf so ungewöhnliche Weise eine Verbindung bis in die Dolomiten schafft.“

Vor allem aber freut sich der Bürgermeister über die menschliche Begegnung.
„Ich komme seit über 20 Jahren regelmäßig in diese wunderbare Region. Dass daraus jetzt möglicherweise eine Verbindung zu meiner Heimatgemeinde entsteht, hätte ich mir vor einigen Monaten nicht vorstellen können.“

Vielleicht werde aus der zufälligen Entdeckung sogar eine kleine deutsch-italienische Freundschaft. „Wer weiß, vielleicht können wir Alessandro Gilmozzi schon bald bei uns in Rommerskirchen begrüßen und gemeinsam mit einem besonderen Gilbach-Gin auf unsere neue Verbindung anstoßen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen.“

Für Bürgermeister Martin Mertens steht nach seinem Besuch fest: „Manchmal liegen zwischen zwei Orten rund 900 Kilometer – und trotzdem sind sie sich plötzlich ganz nah. Aus einer kuriosen Entdeckung ist jetzt ein persönlicher Kontakt geworden. Und ich bin gespannt, welche schöne Geschichte daraus noch entstehen wird.“

Ein kleiner Bach im Rheinland, ein außergewöhnlicher Gin aus den Dolomiten und eine Freundschaft, die vielleicht gerade erst beginnt.