Unterstützung aus der Medizin: Mit Fachwissen zum „MedCampus Revier“
Auch wenn es um das Thema „Revier-Klinik“ ruhig geworden ist, heißt das nicht, dass die Verantwortlichen das Ziel einer wohnortnahen Notfallversorgung nicht mehr auf dem Schirm haben.
Das Team rund um Strukturwandelmanagerin Karolin Gathen arbeitet nämlich intensiv an der Konzeption eines neuen Innovationsstandortes, „MedCampus Revier“ genannt. Das Projekt wird auch aus den Rathäusern in Grevenbroich, Jüchen und Bedburg unterstützt und verfolgt aktuell das Ziel, für eine Machbarkeitsstudie im Kontext des Strukturwandels eine Förderung zu bekommen.
Entstehen soll ein „Zukunftsstandort“ mit Forschungseinrichtungen, Start-Ups, klinischen Partnern und Bildungseinrichtungen. Mit in der Konzeption: eine wohnortnahe Versorgungseinrichtung für den Notfall mit einer „erforderlich ausreichend guten apparativen Ausstattung“. Karolin Gathen: „Eine wohnortnahe, stationäre Versorgung, die integraler Bestandteil des ,MedCampus‘ sein soll, wird erhebliche Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger des Rheinischen Reviers bedeuten.“ In solch einer Einrichtung könnten Ergebnisse einer Versorgungsforschung vor Ort umgesetzt werden.
Als ehrenamtlicher Berater konnte nun Dr. Johannes Wagner gewonnen werden. Er ist unter anderem bekannt durch sein langjähriges Wirken am „St. Elisabeth“-Krankenhaus in Grevenbroich. Der Kardiologe hat einen ganz besonderen Blick auf diese Thematik: „Die Menschen, die ein akutes Problem haben, wollen als erstes wissen, was die Ursache ist. Und dass man ihnen zuhört.“
Denn die Sorgen um eine Erkrankung würden sich nachdrücklich auch auf den Körper auswirken: erhöhte Stresshormone seien die Folge. „Vor Ort muss jemand sein, der gut zuhört, das Problem korrekt erkennt und insbesondere außerhalb der hausärztlichen Sprechstundenzeiten erste Behandlungs- und die Rettungswege vorgibt“, fasst Dr. Wagner zusammen. Der Bogen kann dabei von kleiner Wundversorgung vor Ort bis hin zur unmittelbaren Verlegung in eine Spezialklinik reichen, die dann auch im Rahmen einer längeren Fahrt angesteuert werden könne.
Die Ideen, die im Kommunenbündnis diskutiert werden, begrüßt er. Und er betont, dass das, was unter dem Stichwort „Community healthcare“ angedacht wird, sich derzeit vermutlich nur im Rahmen von Modellprojekten außerhalb der existierenden Finanzierungssysteme verwirklichen lässt.
