Stellvertretender Bürgermeister Harry Marquardt: Kaulquappenpopulation im Butzheimer Bächle soll möglichst gerettet werden
1987 war das „Bächle“ an der Sebastianusstraße im Zuge der Butzheimer 1000-Jahrfeier angelegt worden, doch eine irgendwie nennenswerte Fauna war in dem rund 60 Meter langen Fließgewässer (Wasser führt es vom Frühling bis in den Herbst hinein) noch nie gesichtet worden.
Dies hat sich nun geändert: Katharina Janetta, Ratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzende des Umweltausschusses, hatte vor wenigen Tagen eine stattliche Population von Kaulquappen entdeckt, die erst kurz zuvor ihren Weg ins „Bächle“ gefunden haben muss.
Sie informierte umgehend ihren Ratskollegen, den stellvertretenden Bürgermeister Harry Marquardt, seit gut 15 Jahren „Bächle“- Beauftragter der örtlichen St. Sebastianus-Bruderschaft und der Gemeinde Rommerskirchen, der sich seinerseits an die Biologische Station des Rhein-Kreises Neuss in Knechtsteden wandte.
Bei einem Ortstermin berieten jetzt deren Leiter Christian Platz und Harry Marquardt, wie sich die Kaulquappen, die sich zu Fröschen und Kröten entwickeln, gerettet werden könnten. Offen ist dabei in ihrem gegenwärtigen Zustand, ob aus ihnen gemeine Kröten oder Kreuzkröten werden.
„Würde nichts getan, werden die Kaulquappen im Zuge des Wasserkreislaufs des „Bächle“ unvermeidlich geschreddert“, sagt Harry Marquardt. Bewahrt werden könnten sie hiervor ach den Worten von Christian Platz womöglich durch ein rettendes Sieb, wobei es sich auch um „ein plattgeklopftes Nudelsieb“ handeln könne, oder eine andere „schlaue heimwerkerliche Lösung“.
Komplett abstellen lässt sich das Wasser nicht, ohne dass die possierlichen Amphibien verenden, so dass jetzt erst einmal eine „Zwischenlösung“ gefunden wurde.
Harry Marquardt, der sich gemeinsam mit seiner Frau Johanna um die Pflege des „Bächle“ kümmert, stellte das Wasser am Freitag erst einmal ab, so dass die Kaulquappen nunmehr fürs Erste nicht dem unvermeidlichen Tod entgegengetrieben werden. Gleichwohl wird er darauf achten, dass das „Bächle“ ungeachtet des sinkenden Pegelstands nicht völlig trocken fällt, was den Fröschen und Kröten in spe gleichfalls den Garaus machen würde.
Durchaus wahrscheinlich ist es für Christian Platz, dass die Kaulquappen aus dem nur wenige Meter entfernten Gillbach „eingewandert“ sind, wo sich Fische (auch) von ihnen zu ernähren pflegen.
Eine „Umsiedlung“ der Tiere kommt durchaus in Betracht, wobei die Entnahme von Wildtieren aus einem Gewässer Christian Platz zufolge indes einer behördlichen Genehmigung bedarf.
Die weitere Entwicklung im „Bächle“ soll in den kommenden Tagen intensiv beobachtet werden, ehe neue Schritte zur Rettung der Kaulquappenpopulation erfolgen.
Info – Bächle
Das steinerne Wahrzeichen des bis 1931/1932 durch Butzheim fließenden Gillbachs wurde in den 1980-er Jahren von der damaligen Kreissparkasse Grevenbroich gesponsert und kostete 40.000 D-Mark.
Geschaffen hat das Kunstwerk der Bildhauer Anatol, der einst Schüler bei Joseph Beuys war.
