St .Peter Rommerskirchen
Die Rommerskirchener Pfarrkirche St. Peter ist vom größten Teil ihrer Bausubstanz her die womöglich jüngste katholische Kirche innerhalb Rommerskirchens, ihr Standort der wohl älteste, der sich für ein christliches Gotteshaus am Gillbach annehmen lässt. Die Ausgrabungen von mehr als 400 fränkischen Gräbern am Nettesheimer Weg 2006- 2007 legen für Experten nahe, dass es bereits im achten Jahrhundert einen hölzernen Sakralbau gegeben hat, der von der Wende vom neunten zum zehnten Jahrhundert durch einen Steinbau ersetzt wurde. Die rechteckige Saalkirche dürfte der Lambertuskapelle in Ramrath geähnelt haben, die etwa zur gleichen Zeit errichtet wurde. Zu Beginn des 13.Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert, wobei der noch heute vorhandene Turm hinzukam – das markanteste Stück der Kirche, das sich bis heute gehalten hat.
Auch St. Peter weist, beziehungsweise wies Merkmale der älteren romanischen Bauweise wie der späteren gotischen auf. Die im romanischen Stil erbaute Kirche wurde zwischen 1865 und 1867 durch einen dreischiffigen neogotischen Bau verändert, der nach einem Entwurf aus dem Jahr 1863 des Kölner Architekten Heinrich Nagelschmidt realisiert wurde. Lediglich der aus Tuff aufgeführte fünfstöckige Turm wurde beibehalten, von dem jedes Stockwerk auf jeder Seite durch Vertikallisenen in drei Felder zerlegt ist. Das oberste Stockwerk und der achteckige Aufsatz sind neogotisch.
Dass von Neuerungen wie auch ihren mittelalterlichen Elementen heute nicht mehr allzu viel erhalten ist, liegt insbesondere an der Feuersbrunst von 1800 und dem alliierten Bombenangriff auf den Rommerskirchener Ortskern, den die US-Luftwaffe am 1. März 1945 unternahm.
Nach dem von Chronist Johann Peter Hurtz geschilderten Unglück blieb von der Kirche lediglich der Chor mit seinen Altarnischen erhalten. Weitgehend galt dies aich für den Turm und die Sakristei, die jedoch durch umfangreiche Reparaturen gerettet werden konnten. Das Kirchenschiff jedoch wurde 1800 völlig zerstört. Völlig wiederhergestellt und mit dem nötigsten Inventar ausgestatte war die Kirche erst wieder 1816.
Der Angriff der US Air Force 129 Jahre später forderte bis zu 150 Todesopfer, von denen die Hälfte bis heute namentlich nicht bekannt ist. Der Ortskern versank in Schutt und Asche und die Kirche wurde dem Erdboden gleich gemacht, während der Turm schwere Schäden aufwies. Der Grund für das Bombardement: Noch im Februar 1945 hatte die Wehrmacht im Kirchturm von St. Peter eine Richtfunkanlage installiert. An der Venloer Straße befand sich im Eingangsbereich zur Kirchgasse zudem ein mit SS-Leuten besetztes Chiffrierbüro.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zwei Monate später wurde zunächst eine „Notkirche“ an der Venloer Straße bezogen, bis St. Peter nach einem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Josef Lehmbrock wieder aufgebaut war – was 1950/1951 in deutlich schlichterem Stil als zuvor erfolgte. Die erste heilige Messe konnten die Gläubigen am Patronatstag selbst, dem 29.Juni 191 feiern. Formell geweiht wurde die „neue“ Kirche St. Peter im Oktober 1952 durch den damaligen Kölner Kardinal Josef Frings.
Unter dem Trümmern der alten Kirche wurden stark beschädigte Tafelmalereien aus dem 15. Jahrhundert gefunden. Sie stammten ursprünglich aus Knechtsteden. Dessen Kloster 1800 von den Franzosen aufgelöst worden war. Mit den Bildern wurde in St. Peter ein Flügelaltar gebildet, während sich andere restaurierte Tafeln , die auch ein Bild Christi am Kreuz sowie Maria und den Apostel Johannes zeigt, heute gleichfalls in der Pfarrkirche befinden.
