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Samariterkirche Eckum

02.04.2026 | Pressemitteilung

65 Jahre alt ist die Evangelische Kirchengemeinde in Rommerskirchen am 1. April geworden. Erst mehr als 400 Jahre nach dem Beginn der Reformation durch Martin Luther bildeten die örtlichen Protestanten damit dauerhaft eine eigenständige Gemeinde.

Wenngleich es im 16. Jahrhundert ein etwa ein Jahrzehnt währendes Intermezzo gegeben hat: Von 1570 bis 1580, einer anderen Quelle zufolge von 1572 bis 1584, gehörte nämlich  die davor und danach katholische Pfarrei St. Peter zu den reformierten Christen, bzw. Calvinsten. Im Rahmen des von 1582 bis 1589 dauernden „Kölner Kriegs“, nach dem damaligen Kurfürsten und Erzbischof von Köln Gebhard Truchsess auch „Truchsessischer Krieg“ genannt, wurde Rommerskirchen von den Protestanten zurückerobert.

Die Situation danach beschrieb Lokalhistoriker Dr. Josef Schmitz in seiner 2011 erschienenen Ortschronik von Rommerskirchen lapidar so: „Im Gebiet der heutigen Gemeinde Rommerskirchen lebten bis 1945 fast ausschließlich Katholiken.“

Bis zur Gründung einer eigenen Gemeinde vor 65 Jahren  waren die in Rommerskirchen (ebenso wie die in Stommeln)  lebenden Protestanten zumeist Mitglieder der evangelischen Gemeinde in Wevelinghoven, die bereits seit dem 16.Jahrhundert existierte.

Sonntägliche Gottesdienste wurden im Bereich der erst seit 1975 in ihrer heutigen Form existierenden Gemeinde Rommerskirchen im Ort Rommerskirchen wie in Hoeningen  auch dann noch in den Schulen gefeiert, als 1955 mit der heutigen Kreuzkirche in Frixheim das erste evangelische Gotteshaus entstanden war.  In den Folgejahren war die Diskussion um die Selbständigkeit der Gemeinde nicht aufzuhalten, was zwangsläufig auch mit dem Bau einer größeren Kirche einhergehen würde. „Vorreiter“ war hier die evangelische Volksschule, deren Einrichtung der Regierungspräsident 1959 angeordnet hatte. Das Grundstück hierfür erwarb die evangelische Kirche an der Kastanienallee, wobei später auf dem dahinter liegenden Grundstück am Grünweg die Samariterkirche entstehen sollte. Das Pfarrhaus war bereits 1961 fertig und wurde von Pfarrer Baron von Girard de Soucanton bezogen, worauf die konkreten Planungen für den Bau von Kirchen in Rommerskirchen und Stommeln begannen – die Stommelner Protestanten gehörten noch bis 1973 zur evangelischen Gemeinde in Rommerskirchen.

Am 29.Oktober wurde in der damaligen Grundschule an der Giller Straße nach dem Gottesdienst ein Bau- und Hilfsverein für den Kirchenbau gegründet. Mit zusätzlicher Unterstützung durch die Landeskirche konnte das Projekt in Angriff genommen werden. Am 17. März 1966 wurde das Richtfest des Glockenturms und gleichzeitig die Grundsteinlegung für den Kirchenraum, den Gemeindesaal und das Jugendheim gefeiert. Fertig war die Kirche eigentlich schon 1966, eingeweiht wurde die Samariterkirche am Grünweg von Pfarrer Girard und der Kirchenleitung am 24.September 1967.

Während die benachbarte evangelische Schule lediglich neun Jahre lang existierte, entfaltete sich mit der Samariterkirche als spirituellem Zentrum ein reges Engagement der evangelischen Gemeinde. Groß geschrieben wird bei den Protestanten nicht zuletzt die Ökumene: Zu den Höhepunkten in dieser Hinsicht gehört sicher, dass der frühere Dechant Monsignore Franz Josef Freericks als erster katholischer Geistlicher mehrfach in der Samariterkirche predigen konnte – einmal sogar am Reformationstag selbst.

Einst eine verschwindende Minderheit vor Ort, liegt die Mitgliederzahl der evangelischen Kirche bei rund 2300.  Ein wichtiges Ziel für die örtlichen Protestanten ist nach wie vor der Erhalt einer eigenständigen Gemeinde.