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Kreuzkirche Frixheim

31.03.2026 | Pressemitteilung

Protestanten hatten es im katholischen Rheinland fast 300 Jahre lang nicht eben leicht. In Köln etwa erhielten evangelische Christen das Recht zur freien Religionsausübung erst 1797 nach der Besetzung des Rheinlands durch französische Revolutionstruppen. Evangelische Kirchen hatte es bis dahin im Stadtgebiet nicht gegeben, und selbst ihre Toten mussten die Protestanten außerhalb der Stadtmauern begraben.

In Rommerskirchen, beziehungsweise der damaligen Gemeinde Nettesheim-Butzheim, dauerte es sogar noch länger: Erst mehr als 400 Jahre nach der Reformation entstand hier 1955 das erste evangelische Gotteshaus an der Königsberger Straße in Frixheim.

Evangelische Christen gab es selbst in der Preußenzeit nur in Einzelexemplaren, was sich grundlegend erst angesichts der Vertreibungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs änderte, als sich zunehmend mehr Protestanten auch im Gebiet des heutigen Rommerskirchen ansiedelten. In Regie der Kirchengemeinde Wevelinghoven, zu der die erst 1961 als selbständige Gemeinde firmierenden Protestanten in Rommerskirchen zählten, wurde in Frixheim zehn Jahre nach Kriegsende eine Kapelle gebaut. Deren Entwicklung zu einer Kirche dauerte noch bis 1963, als zu Pfingsten der neue Glockenturm eingeweiht werden konnte.

So „neu“ die Kirche damals auch war, die größere der beiden Glocken hat eine deutlich längere und sehr wechselvolle Geschichte: Von der Gemeinde Großbrüskow in Pommern musste sie während des Zweiten Weltkriegs zwecks Einschmelzung für den Kriegsgebrauch abgegeben, überstand des Krieg letztlich jedoch unversehrt in einem Hamburger Glockenlager. Gegossen wurde die 179 Kilogramm schwere Glocke bereits 1594. In lateinischer Sprache eingraviert, findet sich auf ihr die biblische Inschrift: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein.“ Eigens für die Frixheimer Kirche gegossen wurde dagegen die zweite Glocke, die es auf 65 Kilogramm bringt.

Auch nach dem Bau der deutlich größeren Samariterkirche in Eckum während der Jahre 1965/1966 werden in der Kreuzkirche nach wie vor regelmäßig Gottesdienste gefeiert, sowie Taufen und Trauungen vorgenommen.

Ihren Namen erhielt die Kreuzkirche übrigens erst 30 Jahre, nachdem sie gebaut wurde: Namensgeber war 1985 kurz nach seiner Ankunft in Rommerskirchen Thomas Spitzer, der als evangelischer Pfarrer knapp 37 Jahre amtierte. Spitzer ist damit in dieser Hinsicht übrigens „Rekordhalter“: Sein Nachfolger Thorben Golly ist seit 2022 im Amt und erst der vierte evangelische Pfarrer am Gillbach nach Gustav Baron Girard de Soucanton (1957 bis 1970) und