Diskussionsrunde zum Thema Cybermobbing
Um das Thema Cybermobbing ging es jetzt bei einer Diskussionsrunde im Ratssaal: Michaela Brendel, Leiterin des gemeinnützigen Vereins „Von Schatten zu Licht“ hatte bereits im vergangenen Jahr zwei viel beachtete Veranstaltungen initiiert, bei denen es um Missbrauchserfahrungen sowohl von Frauen als auch von Männern ging.
„Mobbing“ ist ein noch deutlich weiter verbreitetes Phänomen, das insbesondere im Zuge der Digitalisierung weitaus virulenter geworden ist als es ohnehin schon war.
„Mobbing ist nicht gleichbedeutend mit einem Konflikt“, warnte Diskussionsleiter Michael Harrison gleichwohl vor einem inflationären Gebrauch des Begriffs.
Einer gängigen Definition zufolge handelt es sich um psychische Gewalt, die durchaus gravierende Verletzungen beim Opfer hinterlassen kann. Letztlich handelt es sich nicht um vereinzelte Lästereien, Hänseleien und Beleidigungen, sondern um gezielte und systematische Angriffe über einen längeren Zeitraum hinweg.
Hinzu kommt ein bereits bestehendes oder sich durch Angriffe dieser Art bildendes Machtgefälle, das den Widerstand dagegen erschwert. Wie dieser in der analogen Welt geleistet werden kann, berichtete Heiko Neumann anhand eigener Erfahrungen: Kein Allheilmittel, aber eine wirksame Waffe gegen permanente Attacken kann Sarkasmus sein, so Neumann.
Womöglich noch wirksamer ist es, den Angreifer öffentlich mit seinem Verhalten zu konfrontieren – was freilich beim vielfach anonymen Cybermobbing im Netz schlicht nicht möglich ist.
Claudia Conen brachte u.a. Kindheitserfahrungen zur Sprache: Bemerkungen zu ihrer nicht eben blassen Hautfarbe, waren für sie, insbesondere als kleines Kind, nicht durchweg angenehm, auch wenn sie nicht aggressiv oder abwertend gemeint waren.
Michaela Bendel hatte gleich eingangs mit unangenehmen Erfahrungen im Zuge der zweiten Veranstaltung in Rommerskirchen 2025 manchen Besucher überrascht: Sie wurde anschließend – anonym – mit Pöbeleien bedacht.
Eine große Rolle spielten die sozialen Medien, deren nicht nur „zivilisationsfördernde“ Auswirkungen womöglich durch die Künstliche Intelligenz übertroffen werden könnten. Bürgermeister Dr. Martin Mertens warnte vor einem kategorischen Nein zur KI: „Das können wir uns als Volkswirtschaft nicht leisten.“ Regulierungen der ihren Auswirkungen kaum überschaubaren Technologie lehnte in der Diskussion niemand ab, wenngleich letztlich offen blieb, wie diese aussehen sollten.
