Logo und Motto der Gemeinde Rommerskirchen

Die Jagd nach Fördermitteln: Nicht alle Projekte werden berücksichtigt

Fördertöpfe. Förderprogramme. Richtlinien. Bewerbungsphasen. Es kostet schon ein wenig Mühe, immer den Überblick darüber zu halten, welche Gelder des Bundes oder des Landes nach Rommerskirchen gelenkt werden können, um in der Gillbach-Gemeinde Verbesserung und Innovation zu erreichen. Hier eine kleine Zusammenstellung der aktuell zugesagten oder angefragten Fördermittel.

Über den OGS-Ausbau an der Gillbach-Schule wurde jüngst ausführlich berichtet. Dort wurden 567.567,19 Euro Zuschuss gesichert. Für die Schaffung eines Außenspielbereichs an der OGS der Gemeinschaftsgrundschule Frixheim wurden Mittel in Höhe von knapp 72.000 Euro beantragt beim Programm „REVIER.GESTALTER – Förderprogramm Ausbau ganztägiger Betreuungsangebote für Kinder in der Primarstufe im Rheinischen Revier“. Der Antrag wurde eingereicht am 24. April.

Monika Lange, Leiterin der Familienbüros: „Es ist geplant, sofern noch Fördermittel beantragt werden können, für die Klimatisierung und Verschattung der Außenanlagen der Schulen und KiTas Anträge zu stellen. Hier müssen aber noch Abstimmungen beziehungsweise Klärungen stattfinden.“

Wirtschaftsförderer und Strukturwandelmanager Florian Plück weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Rahmen des „Gigawattpaktes“ die Planungsleistungen für fünf KiTas sowie für die Grundschule Frixheim (37.000 Euro) beantragt wurden. Es geht darum zu prüfen, wie man möglichst viel Photovoltaik auf die Dächer bringen kann. In Sachen Bauhof ist man schon einen Schritt weiter. Hier wurden für die Bauleistung 37.485 Euro beantragt.

Übrigens unterliegt auch die Stelle des Strukturwandelmanagers selbst bis zum 30. September einer Förderung. Bereits genehmigt ist auch die Klima-Anpassung des Dorf- und Festplatzes. Im Plan sind Bodenaustausch und Pflanzung standortgerechter, klimaresilienter Baum- und Straucharten. Hierfür stehen (nach Schützenfest) 150.000 Euro zur Verfügung. (Ein ausführlicher Bericht folgt.)

Über das Förderprogramm „Energetische Sanierung kommunaler Gebäude im rheinischen Revier“ wurden drei Förderanträge gestellt: die Sanierung des Hallenbads (rund 5,38 Millionen Gesamtkosten), die Sanierung der Turnhalle Giller Straße (rund 1,68 Millionen Euro Gesamtkosten) und die Erneuerung der Beleuchtung, bzw. Umrüstung auf LED im Rathaus und Dienstleistungszentrum (rd. 200.000 Euro Gesamtkosten).

Daniela Parente vom „Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft“: „Die im Rahmen dieses Programms genannte Förderquote von 92,5 Prozent ist an hohe Anforderungen geknüpft, so dass auch der Sanierungsaufwand und damit die Sanierungskosten relativ hoch sind. Zwischenzeitlich – wohl aufgrund der hohen Anzahl an Anträgen – wurde für jede teilnahmeberechtigte Kommune ein Förderbudget festgelegt. Dieses liegt für Rommerskirchen bei rund 1.67 Millionen Euro. Da das deutlich unterhalb der von der Gemeinde Rommerskirchen beantragten Summe liegt, muss eine Priorisierung vorgenommen werden. Aufgrund der hohen Anforderungen ist die Sanierung des Hallenbads über dieses Programm dann nicht realisierbar, daher werden die anderen beiden Maßnahmen als vorrangig angesehen. Die Entscheidung über eine mögliche Förderung ist aber noch offen.“

Um möglicherweise dennoch eine Sanierung des Hallenbads zu ermöglichen, wurde kurzfristig die Teilnahme am Interessensbekundungsverfahren für das das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten- Schwimmbäder“ beschlossen. „Die Anforderungen sind geringer, so dass von rund 1,8 Millionen Euro Sanierungskosten ausgegangen wird. Die Förderquote liegt bei 45 Prozent“, so Parente weiter. Der Förderantrag könne erst nach positivem Bescheid im Rahmen des „Interessensbekundungsverfahrens“ gestellt werden (wir berichteten). Eine entsprechende Information wird im Oktober 2026 erwartet.

In einem ähnlichen Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ wurde Anfang 2026 an dem Interessensbekundungsverfahren für den Neubau der Turnhalle Hoeningen (Baukosten rund 3,7 Millionen Euro/Förderquote 45 Prozent) teilgenommen. „Leider hat unsere Interessensbekundung keine Berücksichtigung gefunden, so dass kein Förderantrag gestellt werden konnte“, so Daniela Parente vom „Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft“.

Für den Einbau von Verschattungselementen (Außenjalousien) an der Gillbachschule wurde schließlich ein Antrag über das Förderprogramm „Klimaanpassung. Kommunen NRW“ gestellt (Gesamtkosten rund 235.000 Euro/Förderquote 80 Prozent). Die Entscheidung über eine mögliche Förderung steht allerdings noch aus.

Niklas Salzmann, Leiter des Fachbereiches Planung, Gemeindeentwicklung, Mobilität und Nachhaltigkeit, merkt an: „Durch meinen Fachbereich wird das geförderte Projekt ,Markt/Venloer Straße‘ betreut, für das aufgrund des Strukturwandelbezugs rein formell aber unser entsprechender Fachbereich zuständig ist.“

Über das „Förderprogramm zur Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“ („STARK“) als Kofinanzierungsrichtlinie im Rahmen der Umsetzung des „Investitionsgesetzes Kohleregionen“ (InvKG) besteht für die Gemeinde Rommerskirchen als Anrainerkommune des vom Kohleausstieg betroffenen Rheinischen Reviers die Möglichkeit, Fördermittel für die erfolgreiche ökonomische, ökologische und sozial nachhaltige Transformation abzurufen.

Die eigens hierfür geschaffene „Starke Projekte GmbH“ hat zum Ziel, Kommunen und öffentliche Auftraggeber bei der Anbahnung und Qualifizierung von Projekten des Strukturwandels zu beraten, personell zu entlasten und Verfahren durch die Bündelung von Ausschreibungs- und Vergabeverfahren zu beschleunigen.

Mithilfe der „Starke Projekte GmbH“ – eine Tochtergesellschaft der Landesentwicklungsgesellschaft „NRW.URBAN“ – wurde ein Fachbüro mit der Erstellung eines vorläufigen Rahmenplans für den Bereich Markt/Venloer Straße beauftragt, das seine Planungen zuletzt im August 2025 gegenüber der Politik vorgestellt hat.

Die bisher ausgelösten Kosten des Büros belaufen sich auf rund 65.000 Euro, wobei hiervon 90 Prozent gefördert wurden. Nach der Vorstellung in der Politik ergab sich die Notwendigkeit einer zusätzlichen Parkraumuntersuchung als wichtige Entscheidungsgrundlage für alle weiteren Schritte. Diese wurde durch die „Starke Projekte GmbH“ in den vergangenen Wochen ausgeschrieben; eine Vergabe an ein Fachbüro erfolgt kurzfristig. Die Auftragssumme beläuft sich auf rund 11.000 Euro, wobei auch hiervon wieder 90 Prozent gefördert werden.

Niklas Salzmann: „Für weitergehende Planungen – nach Abschluss der Parkraumuntersuchung – stehen grundsätzlich Fördermittel bereit, die aber mit der ,Starke Projekte GmbH‘ einzeln abgestimmt werden müssen. Ebenso verhält es sich mit den etwaigen Zuwendungen für eine tatsächliche spätere Umsetzung der Maßnahmen (sofern politisch gewünscht), wobei für die Umsetzung ein eigener „Bewerbungsprozess“ um die verfügbaren Mittel stattfindet und von Seiten des Fördergebers auch erst dann über eine tatsächliche Zuwendung entschieden wird.“

Pauline Backes, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Rommerskirchen, weist auf zwei weitere wichtige Projekte hin: Da ist zum einen die Sanierung der Straßenbeleuchtung in allen 17 Ortsteilen der Gemeinde Rommerskirchen. Der zweite Teil wurde im Juni bewilligt. (Der erste Abschnitt wurde bereits mit einer Förderung vom 1. Mai 2025 bis zum 30. April durchgeführt und abgeschlossen, hier handelt es sich nun um den zweiten von drei Abschnitten.

Der Förderbetrag liegt bei knapp 190.000 Euro bei einer Förderquote von 40 Prozent und ist eine Zuwendung aus dem Klima- und Transformationsfonds (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit). Mit dem Ziel der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED 729 Lampen umgerüstet. Die Stromeinsparung liegt bei etwa 75 Prozent. Die Kosten sollen sich nach rund 5,5 Jahren amortisiert haben.

Bei Backes zweitem Punkt handelt es sich um die „Implementierung und dauerhafter Betrieb eines Energiemanagementsystems (EMS) für die Gemeinde Rommerskirchen“. Die Bewilligung stammt aus dem Jahr 2025. Das Projekt läuft seit Anfang 2026 (bis zum 28. Februar 2028).

Der Förderbetrag wurde auf knapp 200.000 Euro berechnet (Förderquote: 90 Prozent) und stammt aus dem Klima- und Transformationsfonds (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit). Ziel ist es, mit Unterstützung von Dienstleistungsunternehmen ein Energiemanagementsystem aufzubauen. Dies umfasst ein Energieverbrauchs-Monitoring und Anlagen-Controlling sowie ein Energieberichtswesen, welches zunächst an ausgewählten kommunalen Gebäuden eingeführt wird und sich in Zukunft ausweiten lässt.
Durch Gebäudebegehungen und die Erstellung von Maßnahmenplänen zur energetischen Optimierung sollen Einsparpotentiale methodisch erfasst und sukzessive erschlossen werden.

Der Zuwendungsbescheid umfasste neben Mitteln für die Vergabe von Aufträgen auch die Förderung der Personalausgaben für einen Energiemanager. Allerdings: Trotz mehrfacher Bewerbungsrunden konnte kein passendes Personal gefunden werden. Das Projekt wird infolgedessen ohne zusätzliches Personal durchgeführt. Die Federführung übernimmt die Gebäudewirtschaft unter Leitung von Daniela Parente und Baudezernent Ulrich Baum, die Kommunikation mit dem Fördergeber wird von der Klimaschutzmanagerin Pauline Backes koordiniert.