Biologische Station soll neue Art der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners testen
Um den Eichenprozessionsspinner einzudämmen, soll es in Regie der Biologischen Station in Knechtsteden ein Pilotprojekt geben, bei dem Schafswolle zum Einsatz kommt. Hierauf verständigte sich jetzt der Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Zugrunde lag der Diskussion ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, diese Methode an geeigneten Bäumen, etwa an 20 der insgesamt 82 in der Gemeinde vorhandenen Eichen zu testen.
„Der Einsatz von Schafswolle zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners ist bislang kein etabliertes Standardverfahren und findet daher in der kommunalen Schädlingsbekämpfung wenig Beachtung.
Gerade deshalb möge die Gemeinde die Möglichkeit prüfen, das Verfahren zunächst in einem begrenzten Pilotversuch fachlich begleitet zu erproben, anstatt entweder von einer 100% Wirksamkeit auszugehen oder die Methode von vornherein auszuschließen“, heißt es in dem von Gunnar Dykstra im Rat vorgestellten Antrag. Auf ein Pilotprojekt samt Evaluierungsphase solle dann eine abschließende Entscheidung folgen, so Dykstra.
„Es funktioniert, aber es ist keine Lösung“, wandte Benjamin Pasternak seitens der SPD ein. Schafswolle wirke lediglich als Barriere für die Raupen am Baum die damit weiterhin eine potenzielle Gefahr bildeten. Der primäre Auftrag darin bestehe „Menschen zu schützen“, so Pasternak, der zudem auf die hohen Kosten von Schafswolle verwies.
Ungeachtet dessen gab es keinen Widerspruch gegen einen Pilotversuch:
Demnach soll die Biologische Station etwa fünf geeignete Eichen aussuchen, deren Lage gefahrlos für Kinder ist. Der Umweltausschuss kam überein, zu seiner nächsten Sitzung im Februar 2027 einen Vertreter der Biologischen Station einzuladen – dann soll abschließend entschieden werden.
INFO
Der Eichenprozessionsspinner ist eine auch hierzulande heimische Schmetterlingsart. Die von ihm entwickelten Brennhaare können bei Menschen zum einen Symptome an der Haut, inklusive eines starken Juckreizes entwickeln, u.a. aber auch zu Fieber und Kreislaufreaktionen. Insbesondere bei Kindern ist Vorsicht geboten, können diese doch mit Raupen oder ihren Nestern in Kontakt kommen. Auch ältere Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen sind potenziell gefährdet.
