Mertens wirbt für Gaskraftwerk für Neurath: Knowhow und Arbeitsplätze vor Ort erhalten
Bürgermeister Dr. Martin Mertens hat gestern per Brief an Thomas Körber, Vorstandsmitglied der RWE AG, dem Energie-Unternehmen ausdrücklich gratuliert: „Das RWE hat in der ers¬ten Aus¬schrei¬bungsrunde für die Lang¬zeit¬ka¬pa¬zi¬tä¬ten gemäß dem StromVKG dreimal den Zuschlag bekommen. Voerde, Weisweiler und Werne können nun geplant und gebaut werden.“ Und man habe den Pressebesprechungen entnommen, dass das RWE sich das ehrgeizige Ziel gesetzt habe, das erste „neue“ Gaskraftwerk bereits 2029 anschlussfertig zu bekommen.
Am 10. November 2026 soll nun bereits die zweite Ausschreibungsrunde über weitere 4.500 MW als Lang¬zeit¬ka¬pa¬zi¬tä¬ten gemäß dem StromVKG starten. „Deshalb melden wir uns jetzt auch zu Wort“, machte Dr. Mertens deutlich: „Obwohl Neurath in der Vergangenheit oft als potenzieller Standort für ein modernes wasserstofffähiges Gaskraftwerk gehandelt wurde, taucht das Projekt in den Ergebnissen vom 3. November nicht auf.“
Da am 10. November 2026 bereits die zweite Ausschreibungsrunde startet, bestehe aber weiterhin die Möglichkeit, dass das RWE Pläne für ein Gaskraftwerk in Neurath einreicht, worauf er mit Nachdruck drängen möchte. Und das aus mehreren Gründen heraus:
Martin Mertens in dem Schreiben ans RWE wörtlich: „Zum einen braucht der ,Kraftpark‘, den wir uns gemeinsam (RWE, das Land Nordrhein-Westfalen und die Gemeinde Rommerskirchen) auf die Fahnen geschrieben haben, ,nahen‘ Strom. ,Amprion‘ plant nach eigenen Angaben die Ankunft für Offshore-Strom aus der Nordsee in unserer Region erst für 2036 oder später ein. Das wäre – zusammen mit den Netzwerk-Problemen, über die Westnetz regelmäßig berichtet – natürlich viel zu spät, um unseren gemeinsamen ,Kraftpark‘ auf der Erfolgsschiene zu halten. Mit Energie aus einem Neurather Gaskraftwerk (ab 2029 bis 2031 / die rechtlichen B-Plangrundlagen haben wir ja längst geschaffen) würde das natürlich ganz anders aussehen!“
Sein zweites Anliegen ist, „dass Arbeitsplätze und Knowhow am Ort gehalten werden müssen. Egal, wie das noch laufende Kraftwerk mit seinem enormen Gelände in Zukunft auch genutzt (Konverter, Batteriespeicher oder Ähnliches) wird, werden Fachleute und Fachwissen gebraucht. Durch ein modernes Gaskraftwerk könnte beides in der Übergangsphase gesichert werden.“
Natürlich reiche das Gelände des Neurather Kraftwerkes für Konverter, Gaskraftwerk und einiges mehr aus. Von dieser Seite sollte es keine Einschränkungen geben.
Auch wichtig aus Sicht der Gemeinde: „Gas bringt Wasser für den Gillbach“. Der Bürgermeister schreibt wörtlich: „Das neue Gaskraftwerk in Neurath würde die Problematik, den Gillbach auch nach Ende der Braunkohleverstromung am Fließen zu halten, zumindest für einige, weitere Jahre klären.“
Der Bürgermeister schließt sein Schreiben an Thomas Körber mit den Worten: „Ich sehe Ihrer Antwort mit Spannung und Hoffnung entgegen. Ihr Antrag für ein Neurather Gaskraftwerk wäre ein wichtiges Signal für unseren gemeinsamen ,Kraftpark‘, für Rommerskirchen, für die gesamte Region!“
