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Eiserne Hochzeit Edmund und Gertrud Schöttle

Auch in größeren Kommunen als der Gemeinde Rommerskirchen ist ein solches Ehejubiläum nicht alltäglich: In Deelen konnten Edmund und Gertrud Schöttle (beide 86) jetzt ihren 65. Hochzeitstag feiern. Dass sich ihre Lebenswege einmal kreuzen und sie sich in einer Milchbar in Hochneukirch kennen lernen würden, wurde den beiden Eisernen Hochzeitern nicht an der Wiege gesungen, (mit-) ursächlich sind nämlich die Wirren des Zweiten Weltkriegs:

Während Gertrud Schöttle aus Hochneukirch stammt, wurde ihr Mann im bessarabischen Dennewitz im Kreis Akkermann am Schwarzen Meer geboren, ein Gebiet, das heute zur Ukraine zählt und damals von vielen Deutschstämmigen bewohnt wurde. 1943 verließ seine Familie ihre Heimat, in die die Vorfahren von Edmund Schöttle aus Stuttgart eingewandert waren.

Ein gutes Jahr, nachdem sie sich kennengelernt hatten, schlossen Edmund und Gertrud Schöttle den Bund fürs Leben: Die standesamtliche Trennung vollzog im Widdeshovener Rathaus der in Oekoven unvergessene Standesbeamte Toni Haas, während die kirchliche Heirat 1956 in der kurz zuvor errichten evangelischen Kirche in Frixheim erfolgte – dem ersten protestantischen Gotteshaus am Gillbach, das erst 30 Jahre später den Namen Kreuzkirche erhielt.
Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, deren Frauen und fünf Enkel komplettierten im Lauf der Jahre die Familie, wobei die beiden Jubilare inzwischen auch vierfache Urgroßeltern sind.
Edmund Schöttle, der nach wie vor (inzwischen passives) Mitglied des Marinezugs in der St. Sebastianus-Bruderschaft ist, war beruflich bis ins vorgerückte Alter Jahrzehnte lang als Reisebusfahrer tätig, wobei ihn später seine Frau gern begleitete. Nach Skandinavien und ans Nordkap führten diese Reisen ebenso wie nach Nizza, oder noch zu Zeiten des einstigen „Ostblocks“ auch nach Polen, Ungarn oder die damalige Tschechoslowakei.
Ein besonderes Kapitel waren dabei Reisen in die DDR: Beim Besuch von Vizebürgermeister Harry Marquardt kamen jedenfalls beiderseits einige skurrile Erlebnisse mit DDR-Grenzern zur Sprache, die erst im Nachhinein amüsant sind.
„Ich wünsche den beiden noch viele gemeinsame Jahre bei guter Gesundheit“, sagte Harry Marquardt, der Glückwunsche von Bürgermeister Dr. Martin Mertens, Landrätin Katharina Reinhold sowie Ministerpräsident Hendrik Wüst überbrachte.