Anschlag auf das Umspannwerk: Mehr Sicherheit fürs Netz
Anschlag auf das Umspannwerk:
Mehr Sicherheit fürs Netz
Rommerskirchen. Gestern Abend gegen 21 Uhr erreichten Bürgermeister Dr. Martin Mertens Videos, die mehrere Explosionen am „Amprion“-Umspannwerk in Bergheim („Umspannwerk Rommerskirchen“ genannt) zeigten. Wenig später bestätigte das RWE den „Vorfall, in dessen Folge insgesamt fünf Braunkohlen-Kraftwerksblöcke von RWE im ,Rheinischen Revier‘ mit einer Kapazität von insgesamt 4.200 Megawatt (MW) vom Netz gingen“.
Mertens setzte umgehend den Krisenstab der Gemeinde (mit Norbert Lange und Daniel Krey) ins Benehmen. Zudem nahm er Kontakt mit der Landrätin auf. Natürlich ermitteln inzwischen die Polizei und alle zu beteiligenden Behörden.
Letzten Angaben des RWE zufolge soll leitfähiges Material über die Hochspannungsleitungen geworfen worden sein, so dass es zu Kurzschlüssen gekommen sei, in deren Folge das Kraftwerk Niederaußem automatisch runtergefahren worden sei. Die Neurather Blöcke seien dann sicherheitshalber ebenfalls abgeschaltet worden.
Konkret betroffen waren die Blöcke Neurath G und F sowie Niederaußem H, G und K. Die Blöcke Neurath F und G sind inzwischen wieder ans Netz gegangen. Mit der Wiederinbetriebnahme der Kraftwerksblöcke in Niederaußem sei zum kommenden Wochenende zu rechnen, betont das RWE.
In diesem Zusammenhang spricht Bürgermeister Mertens RWE und „Amprion“ seinen Dank für die gute Zusammenarbeit und die Aufrechterhaltung der Stromversorgung aus. Denn noch in der Nacht konnte in diesem Sinne Entwarnung gegeben werden: Stromausfälle habe es nur zweitweise an einigen Straßen in Bedburg und Bergheim gegeben, so das RWE.
Dass es zu keinen größeren Netzproblemen kam, erklärt sich wahrscheinlich aus der Uhrzeit des Anschlags (geringerer Bedarf), vermutlich aus der Umsetzung vorliegender Notfallpläne (Runterfahren energieintensiver Industrie), vor allem aber daraus, dass der Anschlag („fremdstaatliche Sabotage“) nicht im geplanten Umfang Erfolg hatte.
Für Bürgermeister Dr. Martin Mertens wird durch den Vorfall im „Umspannwerk Rommerskirchen“ zweierlei deutlich: Zum einen zeige sich eine gewisse Anfälligkeit in der infrastrukturellen Grundversorgung. Hier sei die Gemeinde gemeinsam mit RWE und „Amprion“ gefordert, Schutz vor Anschlägen mit in die Konzepte aufzunehmen.
„Zum anderen wird deutlich, dass umgehend und umfassend in die Netzstruktur investiert werden muss. Für mich sind das zwei Seiten einer einzigen Medaille: Versorgungssicherheit braucht moderne, ausreichend dimensionierte und geschützte Stromnetze.“
