Rat bekräftigt gemeinsamen Einsatz für den Gillbach – Regelmäßige Beratung beschlossen / Erste Analysen am 28. Mai
Der Rat der Gemeinde Rommerskirchen hat in seiner Sitzung in der vergangenen Woche auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, das Thema Gillbach künftig regelmäßig auf die Tagesordnungen der zuständigen politischen Gremien zu setzen.
Damit wird sichergestellt, dass sowohl im Bau- und Planungsausschuss als auch im Ausschuss für Umwelt-, Tier- und Klimaschutz fortlaufend über die Zukunft des Gewässers beraten wird.
Zugleich hat der gesamte Rat mit allen vertretenen Fraktionen nochmals deutlich gemacht, dass parteiübergreifend der gemeinsame Wille besteht, den Gillbach dauerhaft als Fließgewässer zu erhalten und seine Wasserführung langfristig zu sichern.
Bürgermeister Dr. Martin Mertens begrüßte die Entscheidung ausdrücklich:
„Der Gillbach ist für Rommerskirchen ein prägendes Gewässer mit hoher ökologischer, landschaftlicher und emotionaler Bedeutung. Es ist ein starkes Signal, dass der gesamte Rat geschlossen hinter dem Ziel steht, den Gillbach auch für kommende Generationen zu erhalten.“
Zentrale Herausforderung: Wasserführung nach dem Kohleausstieg
Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht die zentrale Herausforderung darin, dass der Gillbach mittelfristig Probleme mit seiner dauerhaften Wasserführung bekommen könnte, wenn die Braunkohlekraftwerke in der Region Mitte der 2030er Jahre abgeschaltet werden. Hintergrund ist, dass dann bisherige regelmäßige Wasserzuflüsse entfallen könnten.
Schon heute arbeiten verschiedene Stellen daran, diesem Problem frühzeitig zu begegnen und tragfähige Perspektiven für die kommenden Jahrzehnte zu entwickeln. Ziel bleibt es, dass der Gillbach auch in 20 Jahren noch eine möglichst große und verlässliche Wasserführung besitzt.
Erste Analysen am 28. Mai
In der Ratssitzung am 28. Mai werden Vertreter von RWE sowie des Erftverbandes erste Analysen zur aktuellen Situation und zu den zukünftigen Rahmenbedingungen vorstellen. Aus diesen Erkenntnissen können sich mögliche Lösungsansätze zur zukünftigen Wasserführung des Gillbachs ergeben.
Daraus werden sich voraussichtlich weitere Prüfaufträge und konkrete Handlungsansätze auf mehreren Ebenen ergeben. Neben Maßnahmen für die Gemeinde Rommerskirchen selbst können auch Aufgabenstellungen für den Rhein-Kreis Neuss, den Rhein-Erft-Kreis, die Bezirksregierung sowie die Landesregierung Nordrhein-Westfalen erforderlich werden.
Verantwortung auf allen Ebenen
Nach den wasserrechtlichen Zuständigkeiten und im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie kommt den unteren Wasserbehörden eine besondere Rolle zu. Diese Aufgaben liegen bei den Kreisen, also insbesondere beim Rhein-Kreis Neuss sowie beim Rhein-Erft-Kreis. Dort werden zentrale wasserrechtliche Entscheidungen vorbereitet, begleitet und genehmigt.
Gleichzeitig ist festzuhalten, dass der Braunkohleausstieg und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen politisch auf Landesebene entschieden worden sind. Daraus ergibt sich auch eine besondere Verantwortung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Folgen dieses Transformationsprozesses konstruktiv zu begleiten.
Die Gemeinde Rommerskirchen verbindet daher ausdrücklich den Wunsch, dass sich sowohl die Wirtschaftsministerin Mona Neubaur als auch Umweltminister Oliver Krischer weiterhin aktiv für den dauerhaften Erhalt des Gillbachs einsetzen und tragfähige Lösungsansätze unterstützen.
Der Rat der Gemeinde Rommerskirchen setzt dabei auf eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller beteiligten Ebenen – kommunal, regional und landesweit.
Bürgermeister schreibt erneut an Minister Krischer
Darüber hinaus informierte Bürgermeister Dr. Martin Mertens den Rat, dass er sich vor einigen Wochen erneut schriftlich an den nordrhein-westfälischen Umweltminister Oliver Krischer gewandt hat. Darin bat er den Minister, sich aktiv für den Erhalt des Gillbachs einzusetzen und die laufenden Bemühungen zu unterstützen.
Eine Antwort des Ministers liegt derzeit noch nicht vor.
Dr. Martin Mertens abschließend:
„Die Zukunft des Gillbachs entscheidet sich nicht an einer Stelle allein. Nur wenn Kommune, Kreise, Bezirksregierung, Land, Verbände und weitere Beteiligte gemeinsam handeln, wird der Gillbach auch langfristig als lebendiges Gewässer erhalten bleiben.“
