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St. Antonius Evinghoven

08.04.2026 | Pressemitteilung

Aus der Endung des Ortsnamens auf -hoven schließen Historiker beim Rommerskirchener Ortsteil Evinghoven auf dessen Entwicklung aus einer fränkisch-merowingischen Siedlung, die etwa ab dem siebten Jahrhundert entstanden sein dürfte. Außer Zweifel steht, dass auch Evinghoven bereits deutlich vor dem Jahr 1000 von Christen bewohnt war. Auf eine eigene Pfarrgemeinde mussten diese allerdings gut ein Jahrtausend lang warten.

Bis 1804 war Evinghoven viele Jahrhunderte lang Bestandteil der Hoeninger Pfarrgemeinde St. Stephanus und wurde dann an die Oekovener Pfarrgemeinde St. Briktius angegliedert. In Evinghoven gab es lediglich ein Heiligenhäuschen, Gottesdienste wurden eher in der Kapelle des benachbarten Ikoven gefeiert, wenn sich die Gläubigen nicht gleich nach Hoeningen oder später Oekoven begeben wollten.

Erster Schritt in Richtung einer eigenen Kirche für den Ort war 1750 der Umbau eines Heiligenhäuschens zur Kapelle, und zwar auf dem bis heute existierenden, 1322 erstmals erwähnten, Antoniterhof. Der große Gutshof gehörte zum Antoniterkloster in Köln, Pfarrkirche blieb jedoch im 18.Jahrhundert weiterhin St.Stephanus in Hoeningen.

Erst 1893 bildete sich in Evinghoven eine eigene Pfarrgemeinde, die bis heute jüngste der fünf katholischen Pfarreien Rommerskirchens. Eine unabdingbare Voraussetzung für den neuen Status war von 1875 bis 1879 mit dem Bau der Kirche St. Antonius Eremit (auch als Einsiedler oder der Große bekannt) erfüllt. Die Wahl des Pfarrpatrons hatte angesichts der zentralen Bedeutung des Antoniterhofs für den Ort auf der Hand gelegen.

Anders als die deutlich älteren katholischen Kirchen am Gillbach, die romanische, gotische und neugotische Elemente aufweisen, wurde die Evinghovener Kirche nach Plänen des Architekten August Carl Lange ganz im Stil der Neugotik erbaut. Die Kirche besitzt einen vorgesetzten Westturm und ein einschiffiges Langhaus. Durch schmale, nicht einmal einen Meter breite Gänge, die durch Säulen vom Langhaus abgetrennt sind sowie durch hochliegende Fenster entsteht, architektonisch geschickt, geradezu der Eindruck einer Basilika.
Der Kirchturm misst eine Höhe von 36 Metern und beherbergt zwei Glocken. Die Antoniusglocke wiegt 611,5 Kilo, die Marienglocke 500 Kilo.

Ende der bisherigen fünf Rommerskirchener Pfarrgemeinden 2028

Das 125-Jahr-Jubiläum der Pfarrgemeinde konnten die Gläubigen 2018 feiern. Nach Lage der Dinge dürfte dies das letzte Jubiläum der heute gerade einmal 132 Jahre alten Pfarrei sein, plant doch das Erzbistum den bisherigen Seelsorgebereich Rommerskirchen-Gilbach mit seinen bisher fünf katholischen Pfarrgemeinden in einer einzigen Pfarrei aufgehen zu lassen. Dies soll möglichst zum 1. Januar 2028 der Fall sein.

Ihren Namen werden alle fünf Gemeinden behalten, für die neu zu bildende, ganz Rommerskirchen umfassende, Pfarrgemeinde wird derzeit ein neuer Name gesucht. Eine (un-)freundliche Übernahme ist nicht geplant, denn der Name der neuen Pfarrei darf nicht identisch mit einem bereits vorhandenen Kirchennamen sein. Zudem soll der neue Name der „Gesamtpfarrei“ einen lokalen Bezug haben. Möglich sind der Name eines oder einer Heiligen oder ein biblisches Ereignis wie etwa Christi Himmelfahrt. Schließlich gilt es, den Namensvorschlag möglichst überzeugend zu begründen.

Gelegenheit, über die verschiedenen Namensvorschläge zu beraten und ein Votum abzugeben, haben die Rommerskirchener Katholiken bei einer Gemeindeversammlung, die am 20.Mai ab 19.30 Uhr in St. Peter Rommerskirchen stattfinden soll.
Für die Fusion geltend gemacht werden nicht zuletzt juristische Gründe. Das gesamte Vermögen der bisherigen Pfarrgemeinden geht auf die neue Pfarrei über, die gilt für das Grund- ebenso wie das Kapitalvermögen.

Nicht geplant ist ein Abbau von Kita-Plätzen in den Katholischen Familienzentren Rommerskirchen, Sinsteden und Oekoven. Vielmehr soll eine langfristige Sicherung aller drei Kitas in katholischer Trägerschaft gesichert werden.