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17. Winterausstellung der Gemeinde eröffnet – Exponate sind bis 31.Januar 2027 zu sehen

Auch die leidige Pandemie hatte vor inzwischen sechs Jahren für keinen Einschnitt sorgen können: Seit ihrer Premiere 2010 ist die Winterausstellung eine Konstante im örtlichen Kulturbetrieb schlechthin. Zum 17. Mal startete sie jetzt im Rathaus und wird knapp drei Monate lang zu sehen sein.

Bürgermeister Dr. Martin Mertens unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung der Ausstellung als Forum für die örtliche Kunstszene. Er stellte seiner Begrüßung ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach voran: „Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der Ausführung die Kunst.“ Darin komme die Verbindung von Idee, Kreativität und handwerklichem Können zum Ausdruck, die jedes künstlerische Schaffen auszeichne.

Kunst sei dabei weit mehr als eine Zusammenstellung von Bildern, Fotografien und Skulpturen. Sie könne erfreuen und überraschen, aber ebenso irritieren, Fragen aufwerfen und dazu anregen, eigene Sichtweisen zu hinterfragen. „Kunst erweitert unseren Blick auf die Welt und macht deutlich, dass es selten nur eine einzige Perspektive gibt“, betonte Mertens. Gerade in einer Zeit, in der vieles auf schnelle Urteile und eindeutige Antworten hinauslaufe, sei diese Offenheit ein wertvoller Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander.

Erstmals bei der Winterausstellung dabei ist Annette Schnitzler. Drei ihrer Skulpturen begrüßen die Besucher bereits im Eingangsbereich des Rathauses.

Heike Schröder, die wie Schnitzler auch, vor zwei Monaten bei der Herbstpartie auf Gut Barbarastein vertreten war, bringt mit ihrem Bild „Butterflies“ moderne Pop-Art- und Street-Art-Elemente in die Ausstellung ein.

Sabine Böttcher, die sich zuvor in ihrer Serie mit der „Tomatisierung der Welt“ beschäftigt hatte, widmet sich diesmal den Hortensien in ihrem Garten. Dabei setzt sie unterschiedliche künstlerische Techniken ein.

Einen aktuellen und nachdenklich stimmenden Akzent setzt Charlotte Horn. Ihr als Doppelporträt angelegter Beitrag stellt zwei Gemälde einander gegenüber, die Krieg und Frieden thematisieren. Der Kontrast gewinnt angesichts der gegenwärtigen Weltlage besondere Aktualität.

Hanni Destabele-Hennesen zeigt farbenfrohe, mit Acryl gemalte Profilansichten verschiedener Köpfe. Ergänzt wird die Auswahl durch ein Gemälde weißer Pferde, die hierzulande nur noch selten zu sehen sind.

Stephanie Klask präsentiert sowohl Acrylbilder als auch Arbeiten, die mit Graphit und Kreide entstanden sind. Die unterschiedlichen Materialien eröffnen ihr vielfältige Möglichkeiten des Ausdrucks.

Naturimpressionen stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Annu Koistinen. Sie gehört zu den Mitbegründerinnen der Winterausstellung und ist seit vielen Jahren eine feste Größe dieser kulturellen Tradition.

Das gilt ebenso für Martha Reiter, die erst kürzlich ihren 90. Geburtstag feiern konnte. Ihre Werke sind unter anderem neben der Tür zum Büro des Bürgermeisters sowie in drei Leporellos zu entdecken.

Mit dem Thema „Women Empowerment“ setzt sich Owaja Recker-Geschke auseinander. Ihre Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen unterschiedliche Frauen und rücken deren Stärke, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt.

Hanna Marcus lädt gleich mit fünf Arbeiten zu imaginären Ausblicken durch thematische Bullaugen ein. Die unterschiedlichen Motive eröffnen immer wieder neue Perspektiven und regen dazu an, den Blick auf vermeintlich Bekanntes zu verändern.

Irmhild Schumann arbeitet mit rotem Ton und Sandsteinglasur. Aus dem ursprünglichen Material formt sie Gesichter, denen sie jeweils einen individuellen plastischen Ausdruck verleiht.

Eine neue Perspektive erschließt sich schließlich Stefan Zmuda. Nachdem er in früheren Winterausstellungen bereits analoge und digitale Fotografie präsentiert hatte, nutzt er diesmal Drohnentechnik. Seine Aufnahmen aus der Vogelperspektive verändern den gewohnten Blick auf Landschaften und Motive.

Die Eröffnung fand in einem bewusst kleinen Rahmen statt. Dadurch ergab sich für die anwesenden Gäste und die Kunstschaffenden Gelegenheit zu einem besonders intensiven und persönlichen Austausch über die ausgestellten Werke. Auch die Künstlerinnen und Künstler nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Dass die Ausstellung bereits am Eröffnungsabend auf Interesse stieß, freute die Veranstalter besonders: Erste Kunstwerke wurden von Besuchern reserviert und gekauft. Denn sämtliche ausgestellten Arbeiten können käuflich erworben werden.

Mertens dankte den zwölf Kunstschaffenden für ihre Ideen und ihre Bereitschaft, die eigenen Werke im Rathaus zu präsentieren. Sein besonderer Dank galt Kulturamtsleiterin Nicole Musiol und Mandy Pfeiffer für die Vorbereitung und Organisation der Ausstellung.

Nicole Musiol zog ebenfalls eine positive Bilanz des Eröffnungsabends: „Die Ausstellungseröffnung fand in einem kleinen Rahmen statt und das bot den anwesenden Gästen und Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit zu einem besonders intensiven und persönlichen Austausch über die gezeigten Werke zu kommen.“ Dass bereits erste Kunstwerke reserviert und gekauft worden seien, sei ein besonders erfreuliches Zeichen für das Interesse an der Ausstellung.

Die Ausstellung läuft bis zum 31.Januar 2027 und ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. (Mo.-Fr. 8- 12.30 ; Mo. + Di. 14-16.30 Uhr; Do. 14-18 Uhr)